Aktualisiert am: 17. September 2019

Was ist ein Geschäftskonto?

Bei einem Geschäftskonto handelt es sich für eine GmbH oder andere Unternehmensformen um ein klassisches Kontokorrentkonto.

Unternehmen, aber auch Freiberufler, Selbstständige bzw. Gewerbetreibende können ein Firmenkonto für Ihre geschäftlichen Transaktionen nutzen. Dadurch lassen sich Ihre geschäftlichen und privaten Einnahmen sowie Ausgaben voneinander trennen. Gerade im Hinblick auf die betriebswirtschaftliche Auswertung und auf die eigene Steuererklärung ist das Führen getrennter Konten unverzichtbar.

Auf Wunsch erhalten Sie auch für Ihr Firmen- oder Geschäftskonto EC- und Kreditkarten. Zudem erhalten Sie beim Nachweis von Sicherheiten und Wirtschaftlichkeit einen darauf basierenden Kreditrahmen.

Sie können dann zum Beispiel das Geschäftskonto für eine GmbH bis zu dem vereinbarten Betrag überziehen. Je umsatzstärker und größer ein Unternehmen ist, desto höher fällt in der Regel auch der eingeräumte Überziehungskredit aus.

Ist ein Geschäftskonto Pflicht?

Kommt immer auf die Unternehmensform an.

  • GbR:  muss nicht zwingend ein Firmenkonto führen. Transaktionen sind auch über das eigene Girokonto erlaubt
  • GmbHAGOHGKG und auch UGs müssen ein Geschäftskonto führen

Kapitalgesellschaften haben zudem die Pflicht, im Rahmen der Gründung die Einzahlung des jeweiligen Stammkapitals nachzuweisen.

Für die entsprechende Einzahlung muss das Firmenkonto genutzt werden.

Müssen auch Gewerbetreibende und Freiberufler ein Geschäftskonto führen?

Nein.

Sowohl Freiberufler als auch Gewerbetreibende müssen kein Geschäftskonto führen.

Die geschäftlichen Beziehungen können auch über das private Girokonto laufen.

Nachteile wenn man auf eigenes Geschäftskonto verzichtet:

  • Private und geschäftliche Finanzströme vermischen sich
  • Schlechter Überblick

Unsere Empfehlung:

Strikte Trennung der Zahlungsströme durch ein eigenes Privatkonto und ein Firmenkonto.

Welche Unterlagen braucht man zur Eröffnung des Firmenkontos?

Abhängig von er Rechtsform werden folgende Unterlagen benötigt:

  • Steuernummer bzw. Gewerbeanmeldung
  • Personalausweis / Reisepass
  • Schufa-Auskunft bezüglich Ihrer Bonität (teilweise)
  • Kontoverträge
  • Einkommensnachweise bzw. Gehaltsabrechnungen der letzten Monate
  • Letzten Kontoauszüge des Privatkontos (teilweise)
  • Handelsregistereintrag (bei Kapitalgesellschaften)
  • Bürgschaften der Gesellschafter (teilweise bei Kapitalgesellschaften, wenn man Kreditlinien oder Kreditkarten mit beantragt)
  • Gesellschaftsvertrag (nur bei Personengesellschaften erforderlich)
  • Beglaubigte Kopien der Gründungsurkunden (bei Neugründungen von Kapitalgesellschaften)

Wie finden Sie das beste Geschäftskonto? 

Überlegen Sie sich vorab wie wichtig Ihnen folgende Punkte sind:

  • Grundgebühren
  • Überziehungszinsen
  • Zinsen für Guthaben
  • Kosten für Bargeld-Abhebungen
  • Kosten von beleghaften und beleglosen Buchungen
  • Kosten für Kreditkarte und EC-Karte
  • Kosten für das Erstellen und die Zustellung von Kontoauszügen
  • Bereitstellungsdichte von Geldautomaten

Geschäftskonto: Vor- und Nachteile? 

Vorteile: 

  • Betriebliche und private Zahlungsvorgänge strikt voneinander trennen
  • Geldströme einfach voneinander trennen
  • Bessere Übersicht über Ihre betrieblichen als auch über Ihre privaten Zahlungsströme
  • Privatsphäre Ihres Privatlebens wird geschützt (vor Steuerbehörden und Prüfern, künftige Mitarbeiter)
  • Sie profitieren oft von erhöhtem Service der Banken als Geschäftskunde
  • Prozesse und Buchhaltung kann optimiert werden

Nachteile: 

  • Zusätzliche Kosten

Unterschiede zwischen privaten Konto und Geschäftskonto?

Während ein Geschäfts- oder Firmenkonto von Unternehmen, Gewerbetreibenden und Freiberuflern genutzt wird, ist das private Girokonto für Privatpersonen, die keiner selbstständigen Arbeit bzw. Tätigkeit nachgehen, vorgesehen. Verwendet wird das Privatkonto zur Abwicklung von Ein- und Auszahlungen ohne geschäftlichen Hintergrund. Über das Konto läuft also der private bargeldlose Zahlungsverkehr ab.

In der Regel gehen auf dem privaten Girokonto immer das Gehalt und die sonstigen Einkünfte ein. Gleichzeitig gehen zum Beispiel die Miete, Kreditraten, die Handy-Rechnung und ähnliche Zahlungen ab. Über das Geschäftskonto werden demgegenüber ausschließlich unternehmensbezogene Ein- und Auszahlungen vorgenommen. Im Hinblick auf Zinsen, Kontoführung und sonstigen Gebühren gibt es hier große Unterschiede.

Welche Gebühren hat ein Geschäftskonto?

Die Gebühren Ihres Geschäftskontos hängt von 2 Faktoren ab:

  1. Gebührenmodell der Bank
  2. Ihr Geschäftsverhalten

Kostenarten bei Geschäftskonten im Überblick: 

  • Kontoführungsgebühren
  • Kosten für EC-Karte
  • Kosten für Kreditkarte
  • Buchungskosten von belegpflichtigen und belegfreien Transaktionen
  • Gebühren für Abhebungen an fremden Geldautomaten
  • Gebühren für Abhebungen an Geldautomaten im Ausland
  • Dispo-Zinsen
  • Weitere Kosten finden Sie auf den Websites der Anbieter

Bei welchen Banken kann man ein Geschäftskonto eröffnen? 

In unserem Geschäftskonto-Vergleich 2019 listen wir Ihnen sowohl Direktbanken als auch Filialbanken auf.

Zwischen diesen beiden Bankmodellen können Sie sich grundsätzlich entscheiden.

Können Sie ein Firmenkonto auch mit schlechter Bonität eröffnen?

Banken lehnen in der Regel einen Antrag auf Kontoeröffnung ab, wenn Creditreform oder Schufa negative Auskünfte über den Antragssteller erteilen.

Möchten Sie Ihr Firmenkonto allerdings nur auf Guthaben Basis führen und somit auch keinen Überziehungskredit in Anspruch nehmen, ist eine Kontoeröffnung bei den meisten Kredithäusern auch bei einer schlechten Bonität möglich.

Bei einem Firmenkonto auf Guthaben Basis werden dann nur Auszahlungen und Abbuchungen ausgeführt, wenn Ihr Konto die entsprechende Deckung aufweist.

Es gibt mittlerweile sogar Banken, die spezielle Angebote für die Eröffnung eines Firmenkontos trotz negativer Schufa-Einträge im Portfolio haben.