Das wichtigste in Kürze:

  • Werbung 1: „Ihre digitale Beraterbank“ – „Zeigen Sie Ihrem Geld, wo es langgeht“
  • Werbung 2: „Ab 3,95 Euro handeln“ „kostenloses Depot“ “290 ETF-Sparpläne ohne Gebühr“
  • Realität 1: Depot kostet wirklich nichts, 290 ETF-Sparpläne tatsächlich ohne Gebühr
  • Realität 2: Billig-Order 3,95 Euro nur für Neukunden (12 Monate) – sonst 9,95 bis 69 Euro
  • Größtes Kunden-Lob: Keine versteckten Gebühren, zeitgemäße App
  • Größter Kunden-Ärger: Endlos dauernde Depotwechsel, extrem verzögerte Aufträge bei turbulenten Börsen, Dauerwarterei bei der Telefon-Hotline.
Schwein mit Dorn

Die Börse boomt wieder – und nach dem Corona-Crash haben die Deutschen endlich das Geldanlegen gelernt: Sie kaufen immer mehr ETFs, ETF-Sparpläne und gelegentlich sogar mal ´ne Einzelaktie. Das ist toll. Wurde aber auch Zeit…

Doch für seine Wertpapiere braucht man auch ein Depot. Aber welches? Terence Tester will wissen: Was taugt eigentlich die gute alte Consorsbank (ehemals DAB, ehemals Cortal Consors)? Wie hoch sind die Kosten für den Depotübertrag Consorsbank? Und wie schnell bzw. einfach kann man dorthin wechseln – und auch wieder zurück?

Alles easy, alles top. Zumindest, wenn man den Werbesprüchen der Consorsbank glaubt:

  • „Consorsbank – Ihre digitale Beraterbank“
  • „Banking wie wir leben – frei sein, digital sein“
- „Zeigen Sie Ihrem Geld, wo es langgeht“
  • „Ab 3,95 Euro handeln, kostenloses Wertpapierdepot, über 290 ETF Sparpläne ohne Sparplangebühr handeln“
  • „Freude ist übertragbar! Jetzt Depot zu uns übertragen – wir schreiben Ihnen 10 Freetrades gut. Unseren ausgezeichneten Service rund um Ihr Depot gibt es kostenlos dazu.“

Das klingt vielversprechend. Man ist – sozusagen – ganz hin und weg. Damit man aber nach dem „Hin“ zur Consorsbank nicht am liebsten gleich wieder „Weg“ will, checkt Terence Tester all diese Behauptungen gewohnt gründlich:

  • Wie einfach funktioniert der Wechsel des Depots zu Consors?
  • Was kostet mich der Spaß, wie hoch sind die Kosten für den Consorsbank Depotübertrag – oder gibt´s sogar eine Prämie für den Depotübertrag Consorsbank?
  • Wie gut ist das Depot-Paket wirklich?
  • 
Und wie schnell kann ich mein Wertpapierdepot wieder auflösen, wie umfangreich ist die Dauer des Depotübertrag Consorsbank?
100 Dollar

Der Wechsel zu Consors (Consorsbank Depotübertrag)

Auf dem Papier sieht alles ganz einfach aus: Depot eröffnen (per Video- oder Post-Identifikation), den Depot-Wechselservice der Consorsbank nutzen und warten, bis die Alt-Bank die Wertpapiere auf das neue Depot transferiert. Aber: Ganz ohne Papier geht bei der angeblich so „digitalen Beraterbank“ leider gar nichts.

Der Kunde muss auf der Consorsbank-Homepage ein Wechsel-Formular ausfüllen, es ausdrucken, unterschreiben und per Schnecken-Post an die Consors-Zentrale in Nürnberg schicken. Die Bank leitet das Schriftstück dann – ebenfalls per Post – an den alten Depot-Betreiber weiter und überträgt die Wertpapiere ins funkelnagelneue Depot.

Doch dann heißt es: Warten. Manchmal sogar so lange, dass genervte Beinahe-Kunden den Wechsel-Versuch gleich wieder abbrechen, weil es ihnen doch gar zu lange dauert. Im Ernst: „Mehr als zwei Wochen“, wie ein User moniert – ist das nicht doch ein bisschen arg lang, liebe Consorsbank?

Das ist alles nicht geschenkt. Klingt aber ordentlich und gut. Ja geradezu kinderfreundlich. Kinderfreundlich? Moment mal, Terence Tester glaubt sich zu erinnern, fast das gleiche schon mal gesehen zu haben. Auch von der Consorsbank. Aber nicht für Kinder oder Jugendliche. Sondern für ganz normale Erwachsene. Und zwar für deutlich weniger Geld!

Der finanzielle Aufwand (Kosten Depotübertrag Consorsbank)

Sie betragen exakt Null Euro und Null Cent. Da gibt´s nichts zu meckern. Allerdings kennt Terence Tester auch keine einzige Bank, die sich trauen würde einem heiß ersehnten neuen Depotkunden Wechsel-Geld abzuknöpfen… Ausnahme: Gebühren für seltene z.B. im Ausland gehandelte bzw. aufbewahrte Wertpapiere.

Und was ist mit der Wechsel-Prämie? Tja – da war Consors schon mal großzügiger. Bis Anfang Juni kassierte der Neu-Kunde 1 Prozent des von ihm übertragenen Depotwertes – also 50 Euro für mindestens 5000 Euro, 100 Euro ab 10.000 Euro usw. Doch diese Aktion ist ausgelaufen. Jetzt bekommt der Wechsler immerhin seine ersten zehn Aufträge kostenlos (Kauf- und Verkaufs-Order). Aber auch das nur für den Handelsplatz „Tradegate“.

Tagesgeld-Vergleich

Die Leistungen des Depots

Recht ordentlich – für eine Direktbank mit Full-Service-Angebot (Depot, Kreditkarte, Girokonto für Null Euro). Consorsbank behandelt Neu-Kunden aber klar besser als Alt-Kunden: Neulinge berappen lediglich 3,95 Euro pro Order (maximal 20.000 Euro, 12 Monate lang), treue Bestandskunden müssen hingegen zwischen 9,95 bis 69 Euro bezahlen (je nach Volumen des Auftrags).

Top ist auf jeden Fall das Angebot: „Über 290 ETF Sparpläne ohne Sparplangebühr handeln“. Darunter sind so begehrte Indizes wie der MSCI World, oder der EuroStoxx 600. Und auch renommierte Anbieter wie Amundi, db x-trackers, Lyxor oder BNP Paribas (der Eigentümer der Consorsbank…). Aber Achtung: Diese Kostenlos-Aktion ist zeitlich begrenzt (Amundi, BNP Paribas Asset Management, db x-trackers bis zum 31.12.2022 und Lyxor bis zum 31.12.2020). Danach kostet jeder ETF-Sparplan 1,5 Prozent (pro Monat) – also 1,50 Euro bei 100 Euro usw.

Weniger gut schneidet die Consorsbank bei Themen wie Tempo und Service ab. Viele Kunden sind sauer wegen gar nicht oder zu langsam ausgeführter Aufträge („eine halbe Stunde im schnelllebigen Geschäft mit Derivaten“, „Wenn´s drauf ankommt, schaltet Consors einfach die Kursstellung ab“). Ganz zu schweigen vom stundenlangen Warten auf einen menschlichen Ansprechpartner in der Telefon-Hotline („Täglich grüßt das Murmeltier im Chaos bei Consors“).

Die Auflösung des Wertpapierkontos (Dauer Depotübertrag Consorsbank)

Das „Weg“ von Consors scheint – noch deutlich – länger zu dauern als das „Hin“ zu Consors. Zumindest, wenn man den verärgerten Ex- und Noch-Kunden glaubt. Sie kritisieren die extremen Wertpapier-Transferzeiten („Depotübertrag dauert mittlerweile 4 Wochen, nach Aussage der Hotline sind durchaus auch 6 Wochen möglich“; „Auf eine Bank, die sage und schreibe 5 ( fünf !) Monate braucht, um eine einfache Aktiendepotübertragung vorzunehmen, kann man getrost verzichten“).

Terence Tester vermutet: Die Service-Kapazitäten der Consorsbank wurden wohl gleich doppelt überrollt – vom Börsen-Boom und vom selbst angezettelten Neukunden-Ansturm. Genau das sollte aber einer erfahrenen Full-Service-Direktbank nicht passieren. Denn wie will sich Consors sonst gegenüber den vielen neuen Billig-Brokern („Neo-Broker“) wie „Trade Republic“, „Just Trade“ oder „Gratisbroker“ behaupten, die für jede Wertpapierorder meist nur 0,00 bis 1,00 Euro verlangen?

Die bittere Antwort: Leider gar nicht – wenn der (kostenpflichtige) Service nicht stimmt.

Geschäftskonto Ratgeber

Unser Fazit:

Der Depotübertrag zur Consorsbank wäre eine gute Sache, wenn, ja wenn, das Institut kräftig in Service und Kapazitäten investiert. Sonst wird es aus Kundensicht wohl nichts mit dem „Zeigen Sie Ihrem Geld, wo es langgeht“. Denn dann sind die Euronen der heiß begehrten Neu-Anleger schneller wieder weg, als es Consors lieb sein kann.

Terence Tester Note: 4+

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