Das wichtigste in Kürze:

  • Voraussetzung 1: Kunde mag Online-Banking, braucht keine Filial-Bank
  • Voraussetzung 2: Keine Jahresgebühr, mind. 50 elektronische Buchungen/Monat inklusive
  • Wichtig: Überziehungskredit (Dispo) ist möglich
  • Wünschenswert: Kreditkarte (physisch), evtl. kostenlos, Bargeld auszahlen unkompliziert
  • Weniger wichtig: Bargeld auszahlen kostenlos, Bargeld einzahlen möglich
  • Empfehlung: Für Freiberufler: DKB-Business (wirklich rundum kostenlos); für Selbständige: a) N26 Business (sehr vieles kostenlos, aber bisweilen Serviceprobleme), b) Fyrst Base (vieles top, aber keine Kreditkarte). 

Zugegeben: Es ist schwer, für jeden Einzelnen das „beste Geschäftskonto“ herauszufinden. Aber nicht unmöglich: Mit diesen eindeutigen Kriterien lassen sich rasch die sehr guten von den nur halb guten Anbietern trennen – und vom schlimmen Rest sowieso… 


Kreditkarten

Auch Freiberufler und Selbständige sollten sich ein Geschäftskonto zulegen – auch wenn sie es nicht unbedingt müssen (anders als z.B. GmbH´s oder AG´s). Drei klare Gründe sprechen dafür:

1. Sie haben ihre geschäftlichen Einnahmen und Ausgaben besser im Blick, wenn sie nicht alles über ihr privates Girokonto laufen lassen.

2. Nur die wenigsten Banken tolerieren es, wenn Jung-Unternehmer weiterhin ihr günstiges Privatkonto nutzen, um ein paar Euro zu sparen.

3. Die meisten Freiberufler/Selbständigen zahlen immer noch zu viel für ihr Geschäftskonto – Gebühren, Überziehungszinsen, Kreditkarte etc. Und: Keine Bank belohnt sie für ihre langjährige Treue…

Wir sind uns also einig: Ein Geschäftskonto muss her. Aber welches? 


Das kann natürlich jeder für sich selbst entscheiden. Aber Terence Tester hilft gern. Weil er weiß, wie lästig es ist, sich mit den vielen Hundert verwirrenden Gebührenverzeichnissen der Banken herumzuschlagen. Und wie ärgerlich es ist, auf einen nur scheinbar günstigen Anbieter hereinzufallen.

Deshalb haben wir ein paar ebenso einfache wie eindeutige Bedingungen herausgearbeitet, die Ihr (Einsteiger-)Geschäftskonto möglichst erfüllen sollte – die ersten beiden Bedingungen sind K.O.-Kriterien, die anderen drei wären immerhin wichtig oder wünschenswert.

Merke: „Gut“ und „günstig“ (oder sogar „kostenlos“) sind kein Widerspruch.

Voraussetzung 1

Sie machen Online-Banking, brauchen keine Überweisungen per Beleg und schon gar keine Filialbank mitsamt persönlichem Berater (der ihnen ohnehin oft nur überteuerte Finanzprodukte aufdrücken will…).

Voraussetzung 2

Sie wollen keine jährliche Grundgebühr für Ihr Geschäftskonto bezahlen, trotzdem sind aber jeden Monat mindestens 50 elektronische Buchungen inklusive (Überweisungen, Daueraufträge, Lastschriften). 

Wichtig

Sie legen Wert darauf, dass ein Überziehungskredit (Dispo) möglich ist – auch wenn sie ihn jetzt nicht unbedingt brauchen. Aber wer weiß, vielleicht ja doch irgendwann einmal…

Wünschenswert

Sie möchten schon gern eine echte Kreditkarte (physisch), nicht nur eine virtuelle (per App). Schließlich wollen Sie auch unterwegs damit bezahlen können (z.B. im Laden oder im Restaurant – wenn Sie dort z.B. etwas Essbares abholen). Ihre Zusatzwünsche: Diese Kreditkarte ist evtl. sogar kostenlos, sie kommen damit leicht und nicht zu teuer an Bares (Geldautomaten).  

Nett, aber nicht unbedingt nötig

Sie kommen kostenlos an Bargeld (Automat, Supermarkt) und haben sogar die Möglichkeit, es auf ihr Geschäftskonto einzuzahlen. Diesen letztgenannten Service brauchen zwar nur wenige Freiberufler/Selbständige – die aber umso dringender (Gastronomie, Einzelhandel).  

geschaeftskonto checkliste

Sie entscheiden, was Ihnen wirklich wichtig ist

Soweit Terence Testers Top-Voraussetzungen eines „sehr guten“ Einsteiger-Geschäftskontos für Freiberufler und Selbständige (für alle anderen Unternehmensformen finden Sie die Infos in unserem Geschaftskonto Ratgeber. Wenn Sie andere Vorlieben haben, kein Problem: Sie können die für Sie wichtigsten Bedingungen in Terence Testers „Kostenlosen Geschäftskonto-Vergleichsrechner“ eingeben – und finden sekundenschnell Ihr individuelles Wunsch-Geschäftskonto. Aber Terence Tester findet nun einmal, dass ein Einsteiger-Geschäftskonto für Freiberufler/Selbständige kostenlos sein sollte (Jahresgebühr, elektronische Buchungen). Und zwar ohne Wenn und Aber. So wie auch ein privates Girokonto. Doch leider scheitern die meisten Banken schon an diesen beiden ersten Hürden. Darunter auch zwei große Anbieter:

  1. Fidor („Smart Geschäftskonto“) schreibt dem Kunden vor, dass er jeden Monat „mindestens 10 Aktionen“ ausführen muss – darunter können auch gebührenpflichtige sein (z.B. Bargeld abheben). Sonst kostet das Konto im Jahr 60 Euro – plus weitere 36 Euro für eine physische Kreditkarte („Fidor Business Debit Mastercard“). 
  2. Auch Marktführer ING fliegt schon hier ´raus: Zwar dürfen auch Freiberufler das private ING Giro nutzen (Selbständige nicht), es ist aber seit Mai 2020 nicht mehr bedingungslos kostenlos: Seither müssen jeden Monat mindestens 700 Euro aufs Konto fließen, sonst verlangt ING happige 4,90 Euro pro Monat.
Woman Holding Money

Die besten Fünf: Holvi, Starter, Kontist Free, Fyrst Base, N26 Business, DKB-Business


Nur diese Banken bewältigen Terence Testers K.O.-Kriterien. Doch wie gut sind sie in den anderen wichtigen Aspekten – und worin unterscheiden sie sich die fünf Null-Euro-Geschäftskonten?
1) Holvi Starter (hieß früher „Builder“)

    • Das erfolgreiche finnische Banken-Start-Up (gehört zur großen spanischen Bankengruppe BBVA) ist für Selbstständige; Freiberufler, Gewerbe, GmbH, UG.
    • Kostenlos sind Kontoführung, beleglose Buchungen (50/Monat) und eine (physische) Kreditkarte (Business Mastercard)
    • Dafür gibt´s das alles aber nicht: Lastschriften, Bargeld einzahlen, Dispo-Kredit, deutsche Einlagensicherung (stattdessen: geschützt als „Sondervermögen“ auf separatem Konto)

Hier gehts zum Holvi Geschäftskonto.

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2) Kontist Free


  • Die von Selbständigen für Selbständige gegründete digitale Bank wendet sich nur an Freiberufler und Selbständige.
  • Kostenlos sind: Konto, und beleglose Buchungen aller Art.
  • Eine Kreditkarte ist möglich: Die (virtuelle) Mastercard ist inklusive, die physische Mastercard kostet 29 Euro im Jahr.
  • Bargeld auszahlen ist möglich aber teuer (2 Euro je Abhebung); kostenlos nur mit der physischen Mastercard für 29 Euro/Jahr…
  • Das alles gibt’s nicht: Bargeld einzahlen, Dispo-Kredit

 Hier gehts zum Kontist Geschäftskonto.

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3) Fyrst Base


  • Die Gründung der Deutsche Bank Privatkunden AG ist für Freiberufler und Selbständige, aber auch für die meisten anderen Unternehmensformen.
  • Kostenlos sind: Kontoführung, beleglose Buchungen, Girocard („Fyrst Card Debit“)
  • Ein Dispokredit ist möglich, aber teuer (bis zu 15,39% eff. Jahreszins)
  • Fyrst bietet keine Kreditkarte an – auch nicht für gutes Geld. Dafür aber eine kostenlose Girocard (Fyrst Card Debit)

 Hier gehts zum Fyrst Base Geschäftskonto.

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4) N26 Business


  • Das am schnellsten wachsende deutsche FinTech ist seit kurzem auch für Freiberufler und Selbständige.
  • Das alles ist kostenlos: Kontoführung, beleglose Buchungen, Kreditkarte (Mastercard Business Debit), Bargeld abheben (3-5 mal im Monat)
  • Pluspunkt: 0,1 Prozent der Kreditkarten-Umsätze fließen als „Cashback“ aufs Geschäftskonto.
  • Bargeld lässt sich fast überall einzahlen, das kostet aber.
  • Einen Dispo-Kredit gibt´s ab 8,90% eff. Jahreszins

 Hier gehts zum N26 Geschäftskonto.

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5) DKB-Business


  • Die große Privatkundenbank DKB (mehr als 4 Mio. Kunden) hat auch ein rundum kostenloses Konto für Freiberufler (leider nicht für Selbständige)
  • Das alles ist kostenlos und inklusive: Kontoführung, beleglose Buchungen, Kreditkarte („DKB-VISA-Business-Card“) plus 1 Partnerkarte, Girocard (plus 1 Partnerkarte)
  • Außerdem gebührenfrei: Euro-weit Geld am Automaten abheben (an ca. 1 Million Geldautomaten).
  • Minuspunkt: Bargeld einzahlen ist umständlich und teuer.
  • Der Dispokredit kostet nur 6,90% eff. Jahreszins, die nicht genehmigte Überziehung aber 12,0% eff. Jahreszins.

 Hier gehts zum DKB Geschäftskonto.

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Terence Testers Fazit

Das beste Geschäftskonto für alle Freiberufler und Selbständigen gibt es nicht. Denn der unangefochtene Leistungs-Protz „DKB-Business“ ist – leider – nur für Freiberufler, nicht aber für Selbständige (Gewerbe angemeldet, zur Gewerbesteuer verpflichtet). Deshalb muss Terence Tester notgedrungen zwei (bzw. drei) Sieger küren:

1. Bestes Geschäftskonto für Freiberufler: eindeutig DKB-Business. So viele Leistungen für Null Euro sind zwar unglaublich, aber wahr.

2. Bestes Geschäftskonto für Selbständige: N26 Business, dank der vielen, vielen kostenlosen Services – und trotz der immer wieder auftretenden Service-Mängel. Als Alternative (mit leichten Abstrichen) kommt sonst nur noch Newcomer Fyrst Base in Frage. Holvi und Kontist fallen etwas zurück. 

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