Wer wächst schneller, wer lockt mehr Nutzer an? Wer knackt zuerst die 10-Millionen-Kunden-Grenze? Und wer hat das attraktivste Kostenlos-Konto?

Ja wer? Der bisher so dominante Marktführer ING (früher ING Diba) oder der rasant emporschießende Aufsteiger N26?

Noch ist die Antwort eindeutig:

 

ING ist mit mehr als 9,3 Millionen Kunden in Deutschland die klare Nummer eins unter den privaten Online-Direktbanken.

Vor der DKB (mehr als 4 Millionen). Details finden Sie im Artikel „ING vs. DKB„. 

Doch dann kommt auch schon der freche Angreifer. Und er kommt rasch näher: Das erst 2015 gegründete Berliner Start-Up N26.

Ihm gelang es, in dieser kurzen Zeit mehr als 3,5 Millionen Kunden zu gewinnen – nach eigenen Angaben sogar bis zu 5 Millionen (weltweit). Vor allem dank der frechen Sprüche, der schick-modernen Banking-App und des kostenlosen Girokontos.

 

Aber: Wie kostenlos ist kostenlos?

Und wie praktisch sind die Null-Euro-Konten von ING und N26 im Alltag, im Ausland und beim Rundum-Service – wenn z.B. mal was schief läuft?

Terence Tester lässt die beiden Null-Euro-Konten gegeneinander antreten:

Im Box-Ring treffen aufeinander:

das „ING Girokonto“ und das „N26 Girokonto“.

Also dann:

„Ready to Rumble!“

 

Haftpflichtversicherung

Runde 1:

Ein klassisches Unentschieden.

Keiner der beiden Boxer hat einen entscheidenden Vorteil.

Oder geht gar schon k.o. zu Boden:

  • Girokonto: kostenlos, keine versteckten Gebühren, keine trickreichen Nebenbedingungen.
  • Kreditkarte: kostenlos (ING: Visa Card; N26: Mastercard)
  • Girokarte: kostenlos (ING: Girocard; N26: Maestro Karte)
  • Online-Überweisungen, Daueraufträge, Lastschriften etc.: kostenlos, ohne Limit.

Zwischenstand:

0:0

 

Runde 2:

Jetzt wird´s spannend.

Ringrichter Terence Tester schaut auf die Feinheiten – alle Details rund ums Bezahlen oder Geldabheben.

Und registriert die ersten gezielt gesetzten Körpertreffer

Bargeldloses Bezahlen:

Getsurance sichert so gut wie nichts und niemanden gegen den häufigsten Grund ab, berufsunfähig zu werden – gegen psychische Erkrankungen.

Eine Versicherung aus Liechtenstein?

ING: Weltweit kostenlos in Euro, sonst 1,75 Prozent „Fremdwährungszuschlag“

N26: Weltweit kostenlos in allen Währungen („ohne Fremdwährungszuschlag“). Weiteres Plus: Mit der ebenfalls kostenlosen Variante „N26 Business“ bekommt der Kunde 0,1% für jeden Euro Umsatz mit seiner Mastercard gutgeschrieben.

Ein Punkt für N26!

0:1 Der Herausforderer liegt vorn.

 

Bargeld abheben in Deutschland:

ING: Mit der Visa Card an allen Geldautomaten (mit Visa Card Zeichen) kostenlos. Unbegrenzt oft. Mindestens aber 50 Euro.

N26: Mit der Mastercard an allen Geldautomaten kostenlos (mit Mastercard Zeichen).

Der Haken: Der Kunde darf bei N26 nur dreimal pro Monat gebührenfrei Geld abheben, danach kostet jeder Gang zum Automaten 2 Euro. Wer sein „Hauptkonto“ bei N26 hat (mindestens 1000 Euro gehen jeden Monat ein) oder unter 26 ist, darf immerhin fünfmal kostenlos Bares ziehen. 

Ein Punkt für ING: 1 : 1

 

Bargeld abheben außerhalb Deutschlands (Euro):

ING: Weltweit kostenlos mit der Visa Card an allen Geldautomaten (mit Visa Card Zeichen). Zuschlag für Fremdwährungen 1,75 Prozent.

N26: Weltweit kostenlos mit der Mastercard an allen Geldautomaten (mit Mastercard Zeichen). Keine Begrenzung auf drei oder fünf Abhebungen pro Monat wie im Inland. Zuschlag für Fremdwährungen 1,70 Prozent.

Beide bekommen einen Punkt: 2 : 2

Limits für Kreditkarte und Bargeldbezug:

ING: 1000 Euro Bargeld pro Tag am Geldautomat je Karte; 4000 Euro Umsatz pro Woche je Karte (Geld auszahlen, bargeldlos bezahlen etc.). Wer seine Karten-Limits selbst anpasst, bekommt bis zu 5000 Euro pro Tag und 10.000 Euro pro Woche. 

N26: 900 Euro Bargeld pro Tag am Geldautomat.

ING bekommt einen Punkt: 3 : 2

 

Bargeld Einzahlen in Deutschland

ING: Kostenlos in Deutschland, aber nur mit der Girocard und nur an den 33 eigenen Einzahlungsautomaten der ING oder den 100 Geldautomaten des Partners „Reisebank AG“ (gebührenfrei von 1000 bis 25000 Euro). Alle anderen Anbieter verlangen fürs Einzahlen Gebühren.

N26: 100 Euro pro Monat lassen sich kostenlos einzahlen, danach verlangt N26 für jeden Euro mehr 1,5 Prozent Gebühren. Wo? Bei den 11.500 Partnern von „Cash26“ wie z.B Rewe, Penny, DM, Rossmann. Maximale Auszahlung 300 Euro pro Tag, maximale Einzahlung 999 Euro.

Keiner bekommt einen Punkt (wegen schwacher Leistungen). Es bleibt beim 3 : 2

 

Bargeld Einzahlen in Deutschland

ING: Kostenlos in Deutschland, aber nur mit der Girocard und nur an den 33 eigenen Einzahlungsautomaten der ING oder den 100 Geldautomaten des Partners „Reisebank AG“ (gebührenfrei von 1000 bis 25000 Euro). Alle anderen Anbieter verlangen fürs Einzahlen Gebühren.

N26: 100 Euro pro Monat lassen sich kostenlos einzahlen, danach verlangt N26 für jeden Euro mehr 1,5 Prozent Gebühren. Wo? Bei den 11.500 Partnern von „Cash26“ wie z.B Rewe, Penny, DM, Rossmann. Maximale Auszahlung 300 Euro pro Tag, maximale Einzahlung 999 Euro.

Keiner bekommt einen Punkt (wegen schwacher Leistungen). Es bleibt beim 3 : 2

 

Zwischenstand:

Nach Runde 2 liegen Marktführer ING und Herausforderer N26 immer noch Kopf an Kopf.

In der dritten und letzten Runde bewertet Terence Tester die wichtigsten zusätzlichen Banken-Services der beiden Null-Euro-Anbieter.

Ring frei für Runde 3:

Zwischenstand:

Nach Runde 2 liegen Marktführer ING und Herausforderer N26 immer noch Kopf an Kopf.

In der dritten und letzten Runde bewertet Terence Tester die wichtigsten zusätzlichen Banken-Services der beiden Null-Euro-Anbieter.

Kosten eines Überziehungskredits (Dispo):

  • ING: 6,99% pro Jahr
  • N26: 8,9% pro Jahr 

Ein Punkt für ING: 4 : 2

 

Angebote für Kreditkunden:

  • ING: Rahmenkredit 5,99 Prozent, Ratenkredit 3,49-3,99 Prozent, Wohnkredit 3,19-3,39 Prozent, Autokredit 2,99 Prozent
  • N26:  – 

Ein Punkt für ING: 5 : 2

 

Angebote für Sparer / Kleinanleger

  • ING: Tagesgeld, Festgeld, vermögenswirksame Leistungen (staatlich gefördert)
  • N26: Festgeld

Keiner bekommt einen Punkt (wegen Mini-Mini-Zinsen von knapp über 0%): 5 : 2

 

Angebote für Anleger / Alters-Vorsorger

  • ING: Breite Palette von klassischen Fonds und börsengehandelten Index-Fonds (ETF); mehr als eine Milliarde Euro verwaltetes Vermögen allein über den Robo-Advisor Scalable.
  • N26: Erste vorsichtige Versuche über „N26 Invest“ mit einem Robo-Advisor Geld anzulegen, wurden Anfang 2019 gestoppt.

Ein Punkt für ING: 6 : 2

 

Kunden-Service: Erreichbarkeit / Unterstützung / Hotline

  • ING: Telefonische Hotline und Internet-Chat gelten seit vielen Jahren als zuverlässig und gut erreichbar. Auch wenn einige Kunden z.B. auf Trustpilot beklagen, dass sie seit kurzem länger auf Antwort/Hilfe warten müssten. Terence Tester kann diesen Negativ-Eindruck nach Probe-Anrufen und -Mails nicht bestätigen.
  • N26: Ein echter Telefon-Support existiert nicht. Und die Online-Hilfsangebote werden von erstaunlich vielen Nutzern als sehr schlecht bewertet: Lange Wartezeiten, wenig hilfreiche Antworten. Und das, obwohl N26 zusätzliche Service-Mitarbeiter eingestellt hat. Auf Portalen wie Trustpilot stapeln sich die Klagen der enttäuschten Kunden. Beispiel: „Der Chat ist die Hölle. Man wartet 100 Jahre auf jede einzelne Antwort. So gut wie jedes Anliegen muss eskaliert werden.“

Ein Punkt für ING: 7 : 2

 

Aus. Aus. Aus. Terence Tester bricht den ungleichen Fight ab.

Beide bieten ein echtes, ehrliches Null-Euro-Konto ohne Tricks und Tücken.

Bei den Grundfunktionen des kostenlosen Kontos liegen beide gleichauf – am Anfang verbucht N26 sogar leichte Vorteile.

Sobald es aber um wirklich wichtige zusätzliche Leistungen und Services geht, zieht ING uneinholbar davon.

Im Gesamtpaket ist das kostenlose Girokonto von N26 nicht konkurrenzfähig. Noch nicht.

 

Fazit

Beide bieten ein echtes, ehrliches Null-Euro-Konto ohne Tricks und Tücken.

Bei den Grundfunktionen des kostenlosen Kontos liegen beide gleichauf – am Anfang verbucht N26 sogar leichte Vorteile.

Sobald es aber um wirklich wichtige zusätzliche Leistungen und Services geht, zieht ING uneinholbar davon. Im Gesamtpaket ist das kostenlose Girokonto von N26 nicht konkurrenzfähig.

Noch nicht.

 

Terence Tester rät:

Warum nicht beide Anbieter ausprobieren.

Das grundsolide ING Girokonto als Komplett-Lösung (neu abschließen oder behalten).

Und den ehrgeizigen Newcomer N26 testen.

Das Banking-Start-Up aus Berlin sollte eine faire Chance bekommen, sich weiter zu entwickeln – es muss ja nicht so lange dauern wie beim fast schon legendären Flughafen…. 

Fakten-Box: Alle Infos kurz und knapp: ING Girokonto vs. N26 Girokonto

  • Girokonto, Karten, Online-Buchungen bei beiden kostenlos 0 : 0
  • Vorteile beim Bargeldlosen Bezahlen weltweit für N26  0 : 1
  • Vorteile beim kostenlosen Bargeld in Deutschland für ING  1 : 1
  • Gleichstand beim Bargeld außerhalb Deutschlands 2 : 2
  • Höhere Limits für Bargeld und Kreditkarte: Vorteil ING 3 : 2
  • Bargeld einzahlen: Beide enttäuschen; kein Punkt  3 : 2
  • Überziehungskredit: ING deutlich billiger als N26   4 : 2
  • Günstige Kreditangebote (Auto, Raten etc.): Sieger ING  5 : 2
  • Schwache Angebote für Zinssparer: Beide enttäuschen, kein Punkt  5 : 2
  • Umfangreiche ING-Palette für Anleger und Alters-Vorsorger: 6 : 2
  • Guter ING-Service schlägt schwachen N26-Support    7 : 2

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