Wer hat wirklich das „beste Girokonto“?

ING oder DKB? 

Inzwischen ganz klar DKB.

Denn nur hier ist wirklich (fast) alles kostenlos: Konto, Kreditkarte, Girokarte, Bargeldabheben… und, und, und.,
 

Geld Origami

Es war einmal: Zwei Banken, zwei Lichtblicke – in der Preis- und Service-Wüste des deutschen Geldgewerbes. Die beiden Direkt-Banken ING und DKB lieferten sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen um die Gunst der Kunden.

Das ist vorbei. Zwar ist die ING (ehemals ING Diba) mit ihren gut neun Millionen Kunden in Deutschland mehr als doppelt so groß wie die DKB (4,1 Millionen). Aber dafür hat die DKB den Dauer-Rivalen inzwischen klar abgehängt – überraschend für ein Tochterunternehmen der eher langweilig-gemütlichen Bayerischen Landesbank.  

 

Auf den ersten Blick

Der größte Unterschied ist seit Mai dieses Jahres die Kontoführungsgebühr: Das „DKB Cash“ kostet weiterhin ehrliche null Euro – ING hingegen verlangt seither 4,90 Euro pro Monat (Ausnahme: Der Kunde lässt jeden Monate mehr als 700 Euro auf sein Konto fließen oder ist jünger als 28 Jahre).

Ansonsten unterscheiden sich ING und DKB kaum voneinander.

  • Kostenlose Kreditkarte (Visa)
  • Kostenlose Girokarte (ehemals „EC-Karte“)
  • Kostenloses Bargeld am Automaten
  • Kostenlose SEPA-Überweisungen (Daueraufträge, Lastschriften)

Finde die Unterschiede!

Wenn so viel gleich ist, ist das dennoch alles andere als langweilig. Denn umso spannender ist es aufzuspüren, was die eine Bank anders – und vielleicht besser – macht als die andere. Die Fakten: Die kleinen aber feinen Unterschiede zwischen DKB und ING.

Kostenlos Bargeld am Automaten ziehen (mit der Visa Card):

ING ermöglicht das europaweit (Europäischer Wirtschaftsraum EWR), DKB sogar weltweit.

Voraussetzung: Der DKB-„Aktivkunde“ zahlt jeden Monat regelmäßig mindestens 700 Euro auf sein Girokonto ein; sonst gilt dieser Weltweit-Service nur für ein Jahr.

In allen anderen Fällen verlangen beide Banken fürs globale Bargeld eine Fremdwährungsgebühr.

Vorteil: DKB 1:0

Kreditkarte mit/ohne Kreditrahmen:

Auch wenn beide Karten von Visa sind: ING verrechnet die Umsätze sofort mit dem Girokonto, DKB erst am Monatsende – die Bank gewährt ihren Kunden somit ein zinsloses Darlehen.

Vorteil: DKB 2:0

Guthabenzinsen:

Beide Banken zahlen auf dem Girokonto so gut wie keine Guthabenzinsen mehr.

Es sei denn, man fasst die fast schon frechen 0,001 Prozent darunter. 

Wegen schwacher Leistungen: Keiner bekommt einen Punkt.

2:0

Dispozinsen:

Bei ING zahlen alle Kunden einheitlich 6,99 Prozent Überziehungszinsen.

DKB unterscheidet erneut zwischen Aktivkunden (6,74 Prozent) und Normalos (7,34 Prozent).

Unentschieden (jeder bekommt einen Punkt).

3:1

Bargeld einzahlen:

Gelegentlich muss man tatsächlich Bargeld auf sein eigenes Konto schaffen. Das ist bei beiden Online-Banken gar nicht so einfach – sie haben keine echten Filialen oder Mitarbeiter  zum Anfassen.

ING bietet den Kunden an, zum Bargeldeinzahlen kostenlos 100 bundesweite Filialen der Reisebank zu nutzen (meist in Bahnhofsnähe).

DKB verfügt lediglich über 13 eigene Einzahlungsautomaten (in Berlin und Ost-Deutschland), kann aber die 11000 Handelsfilialen von Rewe, Penny oder DM nutzen (gegen 1,5 Prozent Gebühr). 

Unentschieden (jeder bekommt einen Punkt)

4:2

Geldanlage:

Angebote für Sparer und Investoren.

Hier dreht ING ein größeres Rad: 136 Milliarden Euro Kundeneinlagen (DKB 56 Milliarden), eine Milliarde verwaltetes Vermögen mit dem größten deutschen Online-Robo-Advisor Scalable Capital, viele gebührenfrei zu kaufende Index-Fonds (Exchange Trades Funds ETF) und -Sparpläne.

Einiges davon offeriert DKB zwar auch, aber in deutlich kleinerem Rahmen.

Vorteil: ING 4:3

Konto-Details:

  • Daueraufträge
  • Überweisungen
  • Lastschriften
  • Girocard
  • Kreditkarte

– alles bei beiden Anbietern kostenlos.

Unentschieden 5:4

Kontoführungsgebühr:

Der guten Ordnung halber das wichtigste zum Schluss.

Das DKB-Girokonto ist ohne Wenn und Aber kostenlos.

Und bleibt es hoffentlich auch – wenn die DKB den Kunden weiterhin wichtiger nimmt als ein paar Euro mehr in der Gewinnbilanz.

Vorteil: DKB 6:4

Roboter verkleiden

Terence Testers End-Ergebnis: DKB gegen ING 6:4

Für Sparfüchse und Weltenbummler (kostenlose Währungen rund um den Globus) ist die DKB klar die bessere Wahl. Geldanleger dürften hingegen eine Bank mit möglichst großer Finanz-Erfahrung favorisieren. 

 

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Reinhard Schüren
Reinhard Schüren
7. Dezember 2019 12:09

Es gibt einen erheblichen Unterschied: Die Einlagensicherung ist bei der DKB nur bis 100.000,- Euro garantiert, bei der ING bis 1,1 Milliarden Euro

Stefan
Stefan
6. Februar 2020 19:44
Antworten auf  Andreas Muscheid

Das ist nicht ganz korrekt. ING und DKB haben 100.000 EUR. Bei der ING sind zusätzlich 1,2 Mrd. abgesichert, bei der DKB 100%. Bei beiden Banken sind einige Sachen bei der zusätzlichen Absicherung ausgenommen. D.h. bei der DKB ist das Girokonto sogar zu 100% abgesichert, jedoch einige Ausnahmen gibt es, z.B. Inhaberschuldschreibungen sind nicht abgesichert. Weitere Ausnahmen: „Ausgenommen ist der Fall des politischen Risikos, z. B. Kriege, gesetzliche Leistungsverbote und ähnliches.“

Aber ich vermute mal, dass es bei der ING jenseits der 100.000 EUR ebenfalls Ausnahmen ähnlicher Natur gibt.

DKB, ING oder doch ein ganz anderes Girokonto?