57 Millionen Deutsche sparen. Sehr viel, aber auch sehr falsch. Sie horten zwar 4,8 Billionen Euro (4800 Milliarden) auf Girokonten, in Sparbüchern oder Alters-Versicherungen. Aber meist nur zu Witz-Zinsen. Folge: In nur zehn Jahren verloren sie 358 Milliarden Euro Kaufkraft. Weil die Inflation höher war als die Sparzinsen.

Beim Sparen kann man gleich zwei Fehler begehen. Nummer eins: Man gibt sein Geld falsch aus – es verbrennt schneller, als man es verdienen kann. Nummer zwei: Man legt sein Geld falsch an – es wird real weniger, ohne dass man es überhaupt merkt.

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Die meisten von uns machen gleich beides falsch. Wir sparen zwar viel, verschenken aber noch viel mehr. Wir sparen uns nicht reich sondern arm. Vielleicht, weil wir immer noch zu sehr an den Lehrsätzen der Vergangenheit kleben. An Sprüchen wie „Spare in der Zeit, dann hast Du in der Not“ oder „Bienenfleiß und Sparsamkeit helfen Dir zu jeder Zeit“.

Lauter Spießer-Sätze, die wir noch nie leiden konnten. Weil wir schon immer insgeheim wussten: Sie helfen uns nicht wirklich. Das einzige was uns weiterbringt, ist ein neues Geldbewusstsein. Jeder muss selbst wissen, wieviel er konsumiert und wie viel zur Seite legt. Sparen heißt aber nicht, sich alles Schöne zu verkneifen. Sondern sein Geld bewusst und nachhaltig auszugeben. Denn dann schaffen wir beides: Leben wie wir wollen – und gleichzeitig unser Geld rentabel anzulegen.

Fangen wir gleich mit dem Sparen an: Wir sparen uns weitere Worte. Hier kommen sie, die fünf „T“:

Terence Testers Top-10-Tipps: So vermeiden wir die zehn übelsten Geld-Fallen

1. Keine Schulden anhäufen

Am einfachsten sparen wir, indem wir uns Schulden ersparen. Auch kleine Zinsen kosten großes Geld.

Selbst ein scheinbar mega-günstiger Kredit mit 1,99 Prozent Effektivzins summieren sich. Ein Beispiel: bei 20.000€ und 96 Monaten Laufzeit auf stolze 1.635 Euro Zinsen – rund 8,2% des geliehenen Geldes.

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2. Schnell zurückzahlen

Wenn Schulden tatsächlich mal sein müssen, sollten wir sie wenigstens so schnell wie möglich begleichen.

Zuallererst den hyper-teuren Überziehungskredit (Dispo) fürs Girokonto – die Bank unseres Vertrauens knöpft uns hierfür gern zehn oder gar 12% Zinsen ab.

Und danach sofort den halb-günstigen Ratenkredit (für den 4K Fernseher oder das ultraflache iPad).

Wer es nicht schafft, all seine Schulden zu begleichen, sollte wenigstens die vielen verschieden Alt-Darlehen in einen einzigen günstigen Neu-Kredit packen. Dann geht das Zurückzahlen schneller – und es wird billiger.

Zusatz-Tipp: Sondertilgungen nutzen (bei Immobilienkrediten etc.). So lässt sich das Darlehen zusätzlich reduzieren, ohne Strafzinsen zahlen zu müssen („Vorfälligkeitsentschädigung“).

3. Steuererklärung machen

Das lohnt für fast alle. Denn jeder Steuerzahler bekommt im Schnitt fast 1000 Euro zurück.

Ein netter Stundenlohn für das bisschen Arbeit. Na gut, etwas Schmerzensgeld ist auch dabei…

Hinzu kommt: Seit 2017 ist die Arbeit für den Fiskus viel einfacher geworden – wir brauchen fast keine Belege mehr mitzuschicken. Das Finanzamt meldet sich schon, wenn ihm was fehlt.

4. Versicherungen checken

Wir Deutschen besitzen pro Kopf so viele Versicherungsverträge wie kaum jemand sonst auf der Welt.

Umso lohnender ist es, sie auszumisten. Wir behalten nur die wirklich wichtigen Versicherungspolicen (oder schließen sie neu ab).

Unbedingt nötig sind z.B.:

  • Haftpflicht
  • Berufsunfähigkeit

Immerhin sehr sinnvoll sind:

  • Risikolebensversicherung
  • Auslandsreise-Krankenschutz
  • Krankentagegeld

Unnötig oder überteuert sind:

  • Sterbegeldversicherung
  • Ausbildungs-Versicherung
  • Insassen-Unfallversicherung (im Auto)
  • und natürlich Handy- oder andere Geräteversicherungen: Meist zahlt die Versicherung den Schaden ohnehin nicht oder die Selbstbeteiligung ist unverschämt hoch.

5. Gesundheits-Versicherungen überprüfen

Jeder muss sie haben: eine gesetzliche oder private Krankenversicherung. Aber niemand muss hier sein Geld verbrennen.

Die gesetzlichen Kassen verlangen zwar (eigentlich) alle gleich viel Grund-Beitrag (14,6%) – aber einige fordern Zusatzbeiträge von bis zu 1,6%, andere nicht.

Wer vergleicht, spart. Das gilt auch für die private Krankenversicherung. Hier sollte jeder in einen möglichst günstigen Tarif seines Anbieters umsteigen (Unterschied: oft 100 oder 200€ pro Monat). Dabei helfen externe Berater. Denn freiwillig bietet die eigene Versicherung den Vorteils-Tarif so gut wie nie an.

6. Neuwagen-Falle umgehen

Nichts frisst so schnell so viel Geld wie ein funkelnagelneues Auto. Denn sobald es vom Hof des Händlers rollt, hat es auch schon ca. 20% seines Wertes verloren.

Dagegen helfen auch die vermeintlich so tollen Rabatte nichts.

Beispiel:

Ein durchschnittlicher deutscher Neuwagen kostet etwa 40.000€, 20% davon sind 8000€. Und die liegen nun im Rinnstein vor dem Glaspalast des Autohändlers.

Warum also nicht stattdessen eine „Tageszulassung“ ein Auto in „EU-Ausführung“ oder ein „Re-Import“, wenn es unbedingt ein komplett neuer fahrbarer Untersatz sein muss. Noch sinnvoller und vermögensschonender sind aber die nur wenige Monate alten Gebrauchtwagen der Autohersteller oder Autovermietungen.

7. Etwas älter statt völlig neu kaufen

Das gilt nicht nur für Autos. Sondern auch für Smartphones, Spielkonsolen, Laptops etc.

Es muss nicht immer das aktuellste Modell sein. Das ein oder zwei Jahr ältere Modell ist meist fast genauso gut. Die technischen Unterschiede sind nur selten so groß, dass sie den Preisunterschied rechtfertigen.

Aber auch etwas leicht Gebrauchtes kann gut sein: Bei Amazon, Ebay & Co. finden sich gebrauchte High-Tech-Produkte (selbstverständlich mit Garantie).

8. Alltags-Geldvernichter stoppen

Auch Kleinvieh frisst Geld. Die klassische Durchschnittsfamilie hätte jedes Jahr 2000 Euro mehr, wenn sie keine zu teuren Verträge für Strom-Gas-Internet-Mobilfunk-Bankkonten hätte – rechnen Verbraucherschützer vor.

Deshalb: Noch heute alle Alt-Kontrakte überprüfen. Internet-Portale helfen, einen günstigeren Anbieter zu finden. Und vielleicht lassen Telekom & Co. ja auch mit sich reden, wenn der Kunde mit Kündigung droht…

9. Nach dem Sparen ist vor dem Sparen

Jetzt endlich können wir es uns leisten, Geld beiseite zu legen und zu vermehren. Indem wir möglichst früh anfangen, konsequent durchhalten und rentabel anlegen.

Am besten mit einem monatlichen Sparplan, mit z.B. sechs Prozent Rendite. Die schaffen vorbildliche Index-Aktienfonds (ETF) locker.

Ein Rechenbeispiel zeigt, was alles möglich ist: Wer bis zum 60.Lebensjahr 100.000 Euro ansparen will, braucht 216 Euro pro Monat, wenn er mit 40 anfängt, und hat sein Ziel schon nach 20 Jahren erreicht.

Wer aber schon mit 30 beginnt, braucht für dieselben 100.000 Euro zwar 30 Jahre – dafür aber auch nur 100 Euro pro Monat. Bei 199 Euro pro Monat hätte er sich nach 30 Jahren sogar schon 200.000 Euro zusammengespart.

10. Kosten vermeiden – auch beim Anlegen

Denn Gebühren aller Art fressen bares Geld – und mindern so die Rendite:

Das Finanzprodukt muss jeden einzelnen Euro an überhöhten Kosten erst einmal verdienen, um überhaupt bei Null starten zu können.

Aktien und Aktienfonds sind langfristig toll (siehe oben). Aber die meisten klassischen Fonds sind zu teuer. Sie verlangen Kaufgebühren („Ausgabeaufschlag“) von bis zu fünf oder sechs Prozent – von 100 Euro sind also fünf oder sechs Euro erst einmal weg.

Ganz anders die Index-Fonds (ETF). Sie kosten im Schnitt nur 0,37 Prozent Gebühren pro Jahr (Kauf, Verwaltung etc.) statt der branchenüblichen 1,6 Prozent (für klassische Aktienfonds).

Unser Fazit

Sparen lohnt sich. Auch heute noch.

Aber nur, wenn wir beide Spar-Formen beherrschen: Das „Geld zurücklegen“ und das „Geld anlegen“.

Wir freuen uns über Feedback!

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