Das wichtigste in Kürze:

  • Werbung: Keine Gebühr in Jahr 1, Bonus 150€, 50 Tage Zahlungsfrist
  • Realität: Versprechen 1+2 stimmen, Versprechen 3 nur bedingt
  • Der Haken: „50 Tage Zahlungsfrist“ sind tatsächlich nur 2 Wochen nach Rechnungsstellung!
  • Schwächen: Teures Bargeld, schwache Versicherungen, Lounge gegen Aufpreis
  • Service: Miserable Noten für Kunden-Hotline, ständige Vertröstungen
  • Empfehlung: Für Jung-Unternehmer, die den Gold-Klassiker schon lange wollten, aber Amex nicht alles glauben sondern lieber selbst auf ihre Rechnungen achten. ausprobieren können.
  • Terence Tester Note: 4+

Endlich eine wirklich gute Business-Kreditkarte für kleine und mittlere Unternehmer – verspricht American Express: Für alle, die sich bis zu 50 Tage Zeit mit dem Bezahlen lassen wollen, ohne dass die Bank ihnen sofort Verzugszinsen aufbrummt. Aber stimmt das alles überhaupt?

American Express will´s wissen

Die traditionsreiche Kreditkarten-Schmiede hat eine neue Zielgruppe im Visier – die vielen kleinen und mittelgroßen Unternehmer im Lande.

Ihnen allen gilt der Befehl: „Don´t do business without it!“ Gemeint ist die „Business Card Gold“. Und mit diesen Argumenten will American Express möglichst viele neue Kunden überzeugen:

„Die flexible Firmenkarte für Unternehmer mit Liquidität und Leistungsplus““ 

„Jetzt mit 150 Euro Startbonus beantragen.“

„Beitragsfrei im 1.Jahr“

„Bis zu 50 Tage Liquiditätsvorteil.“

„KostenfreieTeilnahme am Membership Rewards Programm.“

„Persönlicher Service und Sicherheit, Reisekomfortversicherung.“

Das klingt nach ´nem ordentlichen Pfund Leistung. Und Terence Tester fragt sich: Seit wann hat Amex Geld zu verschenken – und dann gleich so viel?

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Mit diesen Versprechen preist American Express die neue Business-Wunderkarte an. Mal sehen, was wirklich dahinter steckt.

1.) „Beitragsfrei im 1.Jahr“.

Stimmt. Amex hat zwar ein „Sternchen“ hinter dieses Versprechen gestellt. Aber warum? Denn die ersten zwölf Monate kosten tatsächlich keine Jahresgebühr. Für das zweite Jahr verlangt die Kreditkartenfirma allerdings 140 Euro.

2.) „150 Euro Startbonus“.

Stimmt fast. Wer jetzt abschließt, bekommt nach drei Monaten „eine Gutschrift in Höhe von 150 Euro“ auf sein Kreditkartenkonto. Voraussetzung: Der Businesscard-Besitzer macht in ebendiesen drei Monaten insgesamt mindestens 5.000 Euro Umsatz mit seiner „Amex Gold“. Das sollte auch ein Jung-Unternehmer locker schaffen. 
Guthaben mit „anderen Kartenbelastungen“.

Haken 1: Der Kunde muss sich nach diesen drei Monat leider selbst bei Amex melden und seine 150 Euro Bonus beantragen. Hofft Amex etwa, dass einige Kartennutzer das vergessen?

Haken 2: Bargeld-Auszahlungen zählen nicht zu den 5.000 Euro, ebenso wenig „Gutschriften von Vertragspartnern“.

Haken 3: Die 150 Euro sind wirklich nur ein „Bonus“ – Amex zahlt also keinen Cent aus sondern verrechnet das 150 Euro-Guthaben.

Nur wer all diese Bedingungen erfüllt, bekommt dank dieses 150 Euro Bonus´ auch im zweiten Jahr eine kostenlose „Business Gold“-Karte.

3.) „Bis zu 50 Tage Liquiditätsvorteil.“

Stimmt so leider nicht ganz. Das ist schade, Denn gerade dieser Punkt dürfte viele Jung-Unternehmer interessieren: Das Versprechen von Amex Business Gold klingt so, als müssten sie ihre Rechnungen effektiv erst nach 50 Tagen zu bezahlen – ohne einen Cent Überziehungszinsen. Das wäre eine Art kostenlosen Dispokredit von American Express. Für immerhin 50 Tage. 

Wäre. Ist aber leider nicht so. Die „50 Tage“ schrumpfen in der Realität beispielsweise auf 21 bis 48 Tage. Der Amex-Trick: Für die Kreditkartenfirma endet jeder Monat immer am 27ten des Monats und die „bis zu 50 Tage Liquiditätsvorteil“ beziehen sich nur auf den ersten Umsatz z.B. am 1ten des Amex-Monats. Ein Zahlenbeispiel verdeutlicht den Marketing-Mogeltrick:

  • Wer am 28.2. eine Rechnung mit seiner „Business Gold“ begleicht, fällt in den „Amex-Monat“ 28.2. bis 27.3. und zahlt effektiv erst am 17.4. = hat also 48 Tage „Liquiditätsvorteil“.
  • Wer aber erst am 27.3. eine Rechnung begleicht, fällt in den selben „Amex-Monat“ 28.2. bis 27.3. und muss ebenfalls am 17.4. effektiv bezahle = hat also nur kümmerliche 21 Tage „Liquiditätsvorteil“.
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Unser Zwischenfazit

Dieses Amex-Versprechen ist nicht halb so toll, wie es auf den ersten Blick scheint. 

Kreditkarten-Vergleich

Nicht alles Business Gold, was glänzt

Wenn also schon die 3 angeblichen Top-Leistungen der „American Express Business Gold“ nicht zu 100 Prozent stimmen: Was ist dann erst mit all den andern klassischen Amex-Konditionen? 

Da ist Terence Tester erst recht enttäuscht. Denn die weiteren Leistungen der Geschäfts-Kunden-Karte entsprechen denen der üblichen Amex-Privatkunden-Karten. Und die gefallen Terence Tester nur mäßig bis gar nicht.

All die angeblichen „Services“, „Versicherungen“, „Lounge“- und „Reisekomfort“-Versprechen von American Express taugen nicht viel.

Ganz gleich, ob für die grüne, die goldene oder die Premium-Platin-Karte. Der Reihe nach:

1.) Bargeld.

Die „Business Gold“ eignet sich – wie alle Amex-Karten – überhaupt nicht zum Geldabheben. Denn hier kassiert American Express stets vier Prozent des Umsatzes, mindestens aber fünf Euro. Im Klartext: Bei 500 Euro am Geldautomaten gehen stolze 20 Euro für Gebühren drauf.

2.) Fremdwährung.

Wer mit seiner „Business Gold“ für andere Währungen als den Euro einsetzt, zahlt happige 2,5 Prozent Gebühren vom Umsatz. Statt der sonst meist üblichen 1,75 Prozent – ganz zu schweigen von einer weltweit kostenlosen DKB Visa Card… Deshalb  sollte ein cleverer, global orientierter Jung-Unternehmer stets noch eine zweite günstigere Karte sein eigen nennen.

3.) Reiseschutz.

Auch der fällt mager bis unverschämt aus. Eine Reiserücktritt-Versicherung spart sich Amex hier gleich ganz. Und die Auslandsreise-Krankenversicherung kostet den „Business-Gold“-Besitzer stets zehn Prozent Selbstbehalt für Arzt oder Krankenhaus, mindestens aber 100 Euro. Da ist es viel günstiger, für ca. 20 Euro im Jahr selbst eine eigene Auslandsreise-Krankenversicherung abzuschließen – selbstverständlich ohne Eigenbeteiligung.

4.) Vergünstigter Lounge-Zugang.

Trotz seiner „Business Gold“ bleibt für den Jung-Unternehmer die Tür zu den „weltweit 1300 Flughafen Lounges“ geschlossen. Wer dennoch rein will, muss bezahlen. In der Variante „Standard“ die „vergünstigte“ zusätzliche Jahresgebühr von 64 Euro (statt der normalen 99 Euro) – trotzdem kostet jeder Besuch der Lounge weitere 28 Euro. Die Variante „Standard Plus“ verlangt sogar 186 Euro Jahresgebühr (statt 249 Euro) – dafür sind die ersten zehn Eintritte inklusive, danach sind´s wieder jedes Mal 28 Euro. Nur die Option „Prestige“ mit 299 Euro im Jahr (statt 399 Euro) umfasst unbegrenzt viele Lounge-Aufenthalte. 

5.) Einlagensicherung.

Die ist bei „Business Gold“ nicht vorgesehen. Oder wie es kühl und knapp in den „Allgemeinen Geschäftsbedingungen“ heißt: „Eine Einlagensicherung besteht nicht.“

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Nie wieder Amex, Mit Abstand das Schlechteste, was man bieten kann

Noch härter als Terence Tester urteilen offenbar viele Kreditkarten-Nutzer über American Express.

Bei „Trustpilot“ bekommt Amex von den 799 Bewertern insgesamt nur ein „Mangelhaft“.

65% der User vergeben sogar nur ein „Ungenügend“.

Ihre häufigsten Kritikpunkte – quer über alle Karten-Varianten:

„Nie wieder Amex. Als Kunde komplett allein gelassen. Keine Hilfe, wenn man sie braucht.“

„Die Versicherungen greifen nicht. Der Call Center Service ist eine Katastrophe.“

„Amex ist mein Vertragspartner und kassiert monatlich zig Euros, ohne das versprochene Leistungspaket seit nunmehr 4 Monaten anbieten zu können.“

„Der Telefonservice ist mit Abstand das Schlechteste, was man bieten kann.“

„Ich war seit 15 Jahre Gold-Kunde bei Amex und hatte eine Einladung auf Platin. Nach Rücksprache warum ich zu  Platin wechseln sollte, konnte mir Amex keinen plausiblen Grund nennen.“

Don´t do business without it? Leider doch eher: Do business without it!

Unser Fazit:

Die neue Wunderkarte „Amex Business Gold“ verspricht mehr, als sie hält. Da hat sich leider die Werbe-Abteilung ausgetobt – mit allzu vielen bewusst unklaren Formulierungen.

Nach dem Motto: „Märchenstund` hat Gold im Mund.“

Und bei den klassischen Amex-Schwächen wie „Service“, „Lounges“ und „Versicherungsleistungen“ hat sich erst recht nichts zum Positiven verändert.

Deshalb sollten die als Kunden so heißbegehrten Jung-Unternehmer ganz genau nachrechnen:

Brauchen sie die „Business Gold“ für 140 Euro im Jahr wirklich – oder eher doch nicht?

Lohnt sie sich – oder dient sie doch eher dem Prestige?

Diese Frage dürfen sich übrigens gern auch all jene angeblich ach-so-begeisterten „Platin“-Verteidiger ruhig immer mal wieder stellen….

Als Note gibt’s also nur ein „Ausreichend“ – das „Plus“ ist für den nett gemeinten Versuch, Jungunternehmern etwas Gutes tun zu wollen. 

Gesamtnote: 4+

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Wahrheitssucher

Da hat American Express wohl mal wieder den Mund zu voll genommen. Hoffentlich merken das die neu angeworbenen Kunden so schnell wie auch all die bisherigen…

AMEX oder eine andere Kreditkarte? Hier gehts zum Vergleichsrechner: