Das wichtigste in Kürze:

  • Werbung: „Testsieger“, Note „Sehr gut“ (0,5)
  • Realität 1: Top-Note stimmt und stammt sogar von „Stiftung Warentest“
  • Realität 2: Zahntarif ist (fast) baugleich mit dem Dauer-Testsieger „DFV Exklusiv 100“
  • Nachteile: Längere Kündigungsfrist (2 Jahre, statt täglich), etwas höherer Preis.
  • Service: Miserable Noten für extrem lange Wartezeiten, Kostenerstattungen etc.
  • Empfehlung: Für alle, die ihre Zähne aufwändig rundum versorgen wollen – und sehr geduldig darauf warten, dass sie ihre Kosten erstattet bekommen.
  • Terence Tester Note: 3-

Auf den ersten Blick ist das Angebot „Zahn Prestige“ der Versicherung „Die Bayerische“ top. Kein WunderÖ Ist ja auch (fast) baugleich mit dem Dauer-Testsieger „DFV Exklusiv 100“ der „Deutschen Familienversicherung“. Aber: Wenn zwei das Gleiche tun, ist es noch lange nicht dasselbe …

Wer den Mund so voll nimmt wie „Die Bayerische“, seine Kunden mit unterirdischen Service verärgert und dann auch noch dermaßen ungeschickt mogelt, dem wünscht Terence Tester so heftige Zahnschmerzen, dass er seinen eigenen Tarif nutzen muss.

Aber der Reihe nach. Die „Bayerische“ (ehemals: Bayerische Beamten Versicherung) verkauft – trotz ihres Namens – bundesweit Versicherungen. Und rühmt sich für ihre Nobel-Zahnschutzversicherung „Zahn Prestige“:

  • als doppelter „Testsieger“ mit „sehr gut“
  • „Rundum-Sorglos-Tarif
  • „Zahnfee für alle“
  • und dafür, dass „im Leistungsfall das Geld nach zehn Tagen auf Ihrem Konto ist

Einige dieser Behauptungen stimmen. Andere ganz und gar nicht.

Das wichtigste: Die erste Feststellung ist korrekt. „Zahn Prestige“ bekam von der renommierten Stiftung Warentest („Finanztest“) tatsächlich das Prädikat „Testsieger“, mit  der Bestnote „Sehr gut (0,5)“ – und das sogar zum zweiten Mal hintereinander.

Kleiner Schönheitsfehler: Zahn-„Testsieger“ mit der Bestnote „Sehr gut (0,5)“ dürfen sich immerhin vier Versicherungen nennen. Darunter auch die „Deutsche Familienversicherung“ mit ihrem Tarif „DFV Exklusiv 100“ – die sogar schon dreimal in Folge. 

Großer Schönheitsfehler: Der Zahntarif der „Bayerischen“ ist nicht nur (fast) baugleich mit dem schon seit 2014 angebotenen Dauer-Testsieger „DFV Exklusiv 100“. Sondern leider in einigen Punkten auch schlechter, unflexibler und sogar etwas teurer.

Die übereinstimmenden Details der beiden Testsieger-Tarife:

  • 100 Prozent der Kosten für Zahnersatz (eingerechnet die zuvor bereits von der gesetzlichen Krankenversicherung übernommenen Aufwendungen)
  • Obergrenzen in den ersten vier Jahren – pro Jahr 1250 Euro. Die Zahnversicherung zahlt also im ersten Jahr maximal 1250 Euro, in den ersten beiden Jahren 2500, in drei Jahren 3750 und in vier Jahren 5000 Euro. Danach übernimmt sie jeden Euro
  • 200 Euro pro Jahr für Zahnreinigung
  • 2000 Euro für Kieferorthopädie (allerdings nur während der gesamten Laufzeit des Vertrages)
  • Allgemeine Einschränkung: Die Versicherung zahlt keinen Cent, wenn der Zahnarzt bereits vor Abschluss des Vertrages eine Behandlung begonnen oder empfohlen hat.

Die Unterschiede:

  • Der Preis. Ein 30-jähriger zahlt bei der „Bayerischen“ für den (nachgebauten) Edeltarif 25 Euro im Monat, ein 70jähriger 67,50 Euro. Das ist ein klein wenig mehr als bei der „Deutschen Familienversicherung“. Hier kostet es im Alter 30 lediglich 24 Euro im Monat, im Alter 70 sind es 64,50 Euro. Wohlgemerkt für die identischen Leistungen. Aber auch für zwei Nachteile.
  • Die Laufzeit. Wer den „Zahn Prestige“ der „Bayerischen“ abschließt, bindet sich für mindestens zwei Jahre – der „DFV Exklusiv 100“ lässt sich täglich kündigen. Voraussetzung: Der Kunde verursacht  in den ersten 12 Monaten keine Kosten.
  • Die Bearbeitungszeit. Die „Deutsche Familienversicherung“ garantiert „eine Regulierung der Leistungsansprüche innerhalb von 48 Stunden“, die „Bayerische“ verspricht immerhin, dass „das Geld nach zehn Tagen auf Ihrem Konto ist“. Aber ob es wirklich so schnell geht?

Service mies, Kunden sauer

Leider nicht. Und damit ist Terence Tester auch schon bei der Mega-Blamage der beiden „Testsieger“: Sie behandeln ihre Kunden schlecht.

Offenbar wurden sowohl die „Bayerische“ als auch die „Deutsche Familienversicherung“ vom Verkaufs-Erfolg ihrer Zahn-Tarife so überrollt, dass sie die Rechnungen ihrer Versicherten nur sehr langsam bearbeiten und noch viel, viel langsamer bezahlen.

  1. Die „Deutsche Familienversicherung“ gibt sogar bereits zu, dass sie mit ihrem Service nur selten die „48 Stunden“ schafft und begründet es mit dem „relativ geringen Personaleinsatz“. (Terence Tester Testbericht über die „Deutsche Familienversicherung“ hier lesen).
  2. Die „Bayerische“ indes braucht noch viel länger – und bezahlt deutlich langsamer als in den versprochenen „10 Tagen“.

Das zeigen die wütenden Kommentare der Kunden auf bei „Trustpilot“ (Note „Mangelhaft“). Die Versicherten sind aber nicht wegen des Zahntarifs sauer. Sondern wegen der „Bayerischen“ und ihres unterirdischen Services. Ein paar Kostproben:

„Was haben Sie für Regelbearbeitungszeiten, 4-8 Wochen?“

„Ich als Kunde der Bayrischen frage mich was ich tun muss damit Sie auf E-Mails bzw. Leistungsanträge die per Einschreiben bei Ihnen eingegangen sind, antworten“

„Diese Versicherung arbeitet als Zahlungsabwehrsystem“

„Da muss man mehrmals hinterher schreiben und telefonieren bis man endlich einen lächerlichen Betrag von 95,00 € überwiesen bekommt“

„Interessant, dass Sie offensichtlich viel Aufmerksamkeit darauf verwenden negative Kommentare gleich zu kommentieren. Auf eine Antwort in meinem Schadensfall warte ich seit drei Wochen“.

Ah – wenigstens das Social-Media-Team der „Bayerischen“ scheint zu funktionieren.

Indem es versucht, die vielen negativen Kunden-Kommentare positiv zu überschminken (…„werden wir uns auch um Ihr Anliegen gerne schnellstmöglich kümmern…“).

Hervorragende Noten, fragwürdige Quellen

Das macht Terence Tester aber erst so richtig neugierig: Woher kommen eigentlich die gelegentlichen „Hervorragend“-Noten der „Bayerischen“ auf Trustpilot. Sollten dafür etwa engagierte Versicherungs-Mitarbeiter mit ihren fleißigen Tipp-Fingern verantwortlich sein?

Bisweilen schon. Schauen wir uns doch einmal beiden „Hervorragend“-Bewertungen von „Daniel Schünemann“ an: Er ist „schockiert über die vielen negativen Bewertungen“. Denn „gerade im Bereich Zahn wurde jede Rechnung anstandslos und auch spätestens nach 14 Tagen bezahlt“.

Und woher weiß „Daniel Schünemann“ das? Na ganz einfach: Er arbeitet – laut seiner Internet-Homepage – als „Berater“ für die „Bayerische“. Und zwar in Norddeutschland (Aurich). Ts, ts, ts, lieber Daniel. Das fällt doch auf. Da muss das Social-Media-Team aber ganz schnell ein paar neue, frische Jubler rekrutieren…  

Terence Testers Fazit:

Terence Tester ist enttäuscht von „Die Bayerische“. Der Zahnschutz-Tarif ist zwar sehr gut. Aber der Kundenservice dafür umso lausiger. Offensichtlich war das Unternehmen nach den Top-Testergebnissen nicht auf den Ansturm der Kunden vorbereitet. Das kann passieren, darf aber nicht.

Völlig inakzeptabel sind außerdem die tollpatschigen Mogelversuche bei den „Trustpilot“-Bewertungen. Für all das muss Terence Tester die Gesamtnote für den Tarif „Zahn Prestige“ leider deutlich herabsetzen. Vor allem, solange „Die Bayerische“ ihr Geld lieber dafür ausgibt, Probleme zu übertünchen statt sie zu beseitigen – und nicht endlich ausreichend qualifiziertere Service-Mitarbeiter einstellt.

Unsere Empfehlung:

Für alle, die ihre Zähne aufwändig rundum versorgen wollen – und viel Zeit haben, sehr geduldig darauf zu warten, dass „Die Bayerische“ ihre Kosten erstattet.

Gesamtnote: 3-

P.S. Aber vielleicht geht ja auch zu viel Geld für einen dauerkriselnden Fußballverein drauf: Mit knapp zwei Millionen Euro sponsert „Die Bayerische“ die Drittliga-Kicker von „1860 München“. Lasst es sein, das wird eh nie was – rät Terence Tester (ja – er ist Bayern München-Fan).

Wie ist Ihre Meinung? Schreiben Sie einen Kommentar!

avatar
  Abonnieren  
Benachrichtige mich bei

Die Bayerische, DFV oder eine andere Zahnzusatzversicherung? Hier gehts zum Vergleichsrechner: