Das wichtigste in Kürze:

  • Werbung 1: „Gemeinsam wachsen. Mit dem Junior-Depot für Ihr Kind vorsorgen“
  • Werbung 2: „Kostenloses Wertpapierdepot“, „am einfachsten mit Fonds, ETFs oder Aktien“
  • Realität 1: Depot kostet tatsächlich nichts
  • Realität 2: Kinder zahlen aber mehr als Erwachsene, ab 9,95 Euro/Order statt ab 3,95 Euro
  • Realität 3: Erwachsene bekommen 290 ETF-Sparpläne gebührenfrei, Kinder zahlen 1,5%
  • Empfehlung: Eltern, die ein Consorsbank Kinderdepot wollen, schließen es lieber als Erwachsene für ihren Nachwuchs ab – mit 12monatigem Aktionsrabatt.
Kinder im Auto

Die Consorsbank (ehemals CortalConsors, DAB) hat es nicht nur auf Erwachsene abgesehen („Zeigen Sie Ihrem Geld, wo es lang geht“). Sondern auch auf den Nachwuchs („Für die stets wachsenden Wünsche Ihres Kindes“). Das verlockende Angebot der Banker: Das Consorsbank Junior-Depot.

Das Paket der Consorsbank für Kinder und Junioren enthält:

  • 
kostenloses Junior-Depot Consorsbank
- kostenloses Consorsbank Kinderkonto / Jugendkonto
  • flexible Sparraten (anpassen oder pausieren)
  • schnelle, einfache Verfügung über das Geld
- und einfach anzusparende Fonds, ETFs oder Aktien

Nicht zu vergessen: Die aktuelle „Aktion 20 Euro Prämie“. Diesen Willkommensbonus bekommt jeder, der seinen ersten Wertpapiersparplan für sein „Consorsbank Junior-Depot“ startet „volle 12 Monate“ lang bespart – und das mit „mindestens 25 Euro pro Sparrate“ zugunsten seines Consorsbank Juniordepots/Kinderdepots. Dann überweist die kinder- und jugendfreundliche Bank 20 Euro auf das dazugehörige kostenlose Verrechnungskonto.

Damit das auch wirklich alle Eltern verstehen, säuseln die Werbe-Botschafter der Consorsbank: „Schultüte, Smartphone, Studium – für die stets wachsenden Wünsche Ihres Kindes können Sie schon früh vorsorgen. Wie das geht? Am einfachsten mit Fonds, ETFs oder Aktien in Form eines Junior-Depots. Als Eltern haben Sie dabei die Wahl zwischen einer Einmalanlage (z. B. 1.000 Euro) oder einem Wertpapiersparplan (ab 25 Euro monatlich).“

100 Dollar

Auch die Preise des Junior Depots Consorsbank scheinen zu stimmen. Auch wenn man sie – ärgerlich! – nicht wie versprochen unter „Konditionen auf einen Blick“ findet. Sondern sich erst durch das umfangreiche „Preis- und Leistungsverzeichnis“ kämpfen muss.
Im Detail:

  • Kostenlos ist das Consorsbank Kinderdepot / Jugenddepot
  • Kostenlos ist das Consorsbank Kinderkonto / Jugendkonto
  • 
Kostenlos ist die Übertragung von Wertpapieren aufs und vom Junior Depot
  • 
Der Kauf von Wertpapieren („Order“) aller Art kostet hingegen jedes Mal 4,95 Euro (Grundgebühr) plus 0,25% des Ordervolumens – mindestens jedoch 9,95 Euro, höchstens 69,00 Euro
  • Auch den Kauf eines (monatlichen) Sparplans lässt sich die Consorsbank bezahlen: mit 1,5% für jede Sparrate – also z.B. 1,50 Euro bei 100 Euro oder 75 Cent bei 50 Euro.

Das ist alles nicht geschenkt. Klingt aber ordentlich und gut. Ja geradezu kinderfreundlich. Kinderfreundlich? Moment mal, Terence Tester glaubt sich zu erinnern, fast das gleiche schon mal gesehen zu haben. Auch von der Consorsbank. Aber nicht für Kinder oder Jugendliche. Sondern für ganz normale Erwachsene. Und zwar für deutlich weniger Geld!

Geld Origami

Tatsächlich: Die Consorsbank umwirbt aktuell erwachsene Neukunden mit zwei Aufsehen erregenden Billig-Aktionen:

1. Der klassische Erwachsene: Er zahlt nur „ab 3,95 Euro“ je Order für 12 Monate bis 20.000 Ordervolumen. Kann rund 290 ETFs oder ETF-Sparpläne ohne jede Gebühr kaufen. Und bekommt zusätzlich eine kostenlose Kreditkarte. Beim Junior-Depot der Consorsbank gibt´s all diese Top-Konditionen nicht. Laut Preis- und Leistungsverzeichnis gilt die normale Ordergebühr („ab 9,95 Euro“), die normale Gebühr für den Kauf eines ETF-Sparplans (1,5% der Sparrate) – und eine kostenlose Kreditkarte bekommt das Kind natürlich auch nicht (verständlicherweise).

2. Der junge Erwachsene (18 bis 25 Jahre), auch „Young Trader“ genannt: Er zahlt für sein „Young Trader-Konto“ auch nur „ab 3,95 Euro“ je Wertpapierorder, sogar 24 Monate lang. Und bekommt sogar jeden Monat einen Kaufauftrag geschenkt – 24 Monate lang.

Da muss Terence Tester erst mal schlucken. Die Consorsbank ist ja gar nicht so kinderfreundlich, wie sie immer tut. Sondern behandelt junge Erwachsene (18 bis 25) und die noch älteren Normalos viel besser als die lieben Kleinen…

Deshalb sollten Eltern und Großeltern, die für ihre Kinder oder Enkeln ein Consorsbank Juniordepot eröffnen wollen, gründlich nachrechnen: Lohnen sich die 20 Euro „Willkommensprämie“ – oder sollten sie dieses nur scheinbar günstige Geschenk lieber ignorieren? Denn was nützen ihnen diese paar spendierten Euronen, wenn ihnen die Consorsbank jedes Jahr ein Vielfaches an Gebühren abknöpft?

Privathaftpflicht Vergleich

Terence Tester hilft ihnen beim Rechnen: Wann ist das Consorsbank Junior Depot teurer als das klassische Erwachsenen Depot?

Rechnung 1:

Die Eltern/Großeltern kaufen für den Nachwuchs einmal pro Monat neue Wertpapiere. Kostet beim Kinder- und Jugend-Depot jedes Mal „ab 9,95 Euro“. Bei den Erwachsenen-Varianten aber nur „ab 3,95 Euro“ (12 Monate lang) – also sechs Euro weniger Einfache Kalkulation: 12 mal 6 Euro ergeben gesparte 72 Euro, also viel mehr als die 20 Euro Willkommensbonus für das Junior Depot Consorsbank.

Rechnung 2:

Die Eltern/Großeltern ordern für Kind/Enkel einen ETF auf den höchst empfehlenswerten MSCI World Index für z.B. 10.000 Euro. Dafür zahlen sie im Kinder- und Jugenddepot: 4,95 Euro Grundgebühr plus 0,25% des Volumens – bei 10.000 Euro also 25 Euro. Macht zusammen 29,95 Euro. Würden sie denselben ETF über ihr Erwachsenen-Depot kaufen, zahlen sie 0,00 Euro, weil bei der Consorsbank mehr als 290 ETFs kostenlos zu kaufen sind (darunter auch etliche auf den MSCI Wold Index). Fazit: Auch hier ist das klassische Depot – trotz 20 Euro Bonus – günstiger als die Variante für Kinder und Jugendliche.

Rechnung 3:

Die Eltern/Großeltern spendieren einen monatlichen ETF-Sparplan, Sie sind großzügig und sparen jeden Monat 200 Euro für den Nachwuchs an. Das kostet sie beim Consorsbank Junior-Depot monatlich 3 Euro (1,5% von 200 Euro). In 12 Monaten sind das 36 Euro – also erneut mehr, als die 20 Euro-Kinderprämie gutmachen würde. Denn im klassischen Depot der Consorsbank sind 290 ETFs und ETF-Sparpläne gebührenfrei (s.o.). Nur wenn die Eltern/Großeltern weniger ausgabefreudig sind und für ihren Nachwuchs nur 100 Euro (oder weniger) in einen monatlichen ETF-Sparplan investieren, rechnet sich das Geldgeschenk von 20 Euro für das Junior Depot Consorsbank.

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Unser Fazit:

Terence Tester würde auf die 20 Euro Aktionsbonus pfeifen. Und das Consorsbank Junior-Depot nicht eröffnen. Er würde, wenn es unbedingt ein Wertpapier-Depot bei der Consorsbank sein soll – die klassische Erwachsenen-Variante mit dem 12monatigen Aktionsrabatt wählen.

Und dort für den Nachwuchs Geld ansparen. Vielleicht würde Terence Tester sogar zu einem Billig-Broker wie „Traderepublic“ oder „Smartbroker“ gehen. Denn auch die verlangen bei einem monatlichen ETF-Sparplan nur 0,00 Euro. Vermutlich sogar dauerhaft.

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